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Ein Abend im September, 16. September 2006

Das Jahreskonzert des Frauenchores Höngg

Gespannt erwartete das Publikum den musikalischen Abend des Frauenchores Höngg unter der neuen Leitung des Dirigenten Gary A. Abrahams. Das Programm kündete Klassik und Spirituals an.

Schon bei den ersten Klängen des Ave Maria von Gunoud wurde klar, das das Konzert Feines bieten würde. Die Klavierstimme, hervorragend gespielt vom Pianisten Dominik Brühwiler ging als Melodie der Einzugschoreographie voraus.

Das spanische Schlaflied „Nana“ von Manuel de Falla, trug die Sopranistin Yvonne Widmer sensibel und stilvoll von der Empore aus vor. Einfühlsam mit grosser Gestik dirigierte Gary A. Abrahams das Ave Maria von Schubert. Der volle Chorklang des Frauenchores kam bei diesem romantischen Lied besonders zur Geltung.

Andalusische Folklore berührt
Wie ein Echo erklang das Schlaflied von de Falla nun von der andern Seite der Empore. Der Einfluss der andalusischen Folklore berührte zum zweiten Mal die Gemüter der Zuhörer.

Mit Bravour meisterten die Frauen das accapella Stück von Kodály, einem Zeitgenossen und Kollegen von Bela Bartók. Mit seinen Disharmonien und doch vollen Klängen lehnt sich dieses Ave Maria der Gregorianik an.

Zum Erstaunen des Publikums erklang nun das Nana Lied, ein drittes Mal. Eine mütterliche Idee führte wohl zu diesem Konzertkonzept. Durch die Bewegung der Sopranistin dem Kirchenschiff entlang zum Chor entstand choreografisch eine Spannung.

Witzig und leicht kam dem Frauenchor das Air von G. F. Händel über die Lippen, da es vokal interpretiert wurde. Das Element von zeitgenössischer Interpretation wie es zum Beispiel die Kings Singers leisten erfrischte das Lied aus dem Barock.

Nun folgen zwei bekannte Schubertlieder: Die „Gondelfahrer“ und das „Ständchen“. Das mit idyllischer Biedermeierstimmung erfüllte Ständchen „zögernd leise in des Dunkels nächtger Stille sind wir hier“ wurde als Wechselgesang vorgetragen. Eine Altstimme mimt den Vorsänger und der Chor singt für die, welche sich auf den Weg zum Fenster Ihrer Liebsten machen. Besungen werden Ermahnungen an die Tugenden, vor allem an die der Freundschaft und der Liebe, wie dies in manchen berühmten Stücken der Fall ist. Der Schreiber erinnert an die Zauberflöte Mozarts. Die nicht ganz einfachen Einsätze in diesem Kunstlied wurden vom Chor mit Sorgfalt und Prägnanz gemeistert, die Klavierbegleitung sorgfältig und musikalisch gesetzt.

Japanische Worte wie Peitschenschläge
Ein tonaler Kontrast zu dem bisher gehörten waren die zwei japanischen Lieder. Wie Peitschschläge hallten die artikulierten Worte des Kanons durch den Kirchenraum. Die Abrundung des Konzertes fand mit vier Spirituals statt, welche sich wieder harmonisch dem Zuhörer anschmiegten. Rhythmisch und sprachlich boten die Sängerinnen an diesem Konzert eine grossartige Leistung. So war denn auch der Applaus gross und anhaltend, so dass der Frauenchor als Zugabe nochmals das Ständchen zum Besten gab.

Artikel im Höngger, 21.09.06

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