:: Lesenswertes ::

Lebhafte Abendmusik, 27. Oktober 2001

Der Frauenchor Höngg lud am Samstag, 27. Oktober, in die reformierte Kirche zur Abendmusik ein. Der Frauenchor sang ein abwechslungsreiches Liederprogramm vor dem zahlreich erschienenen Publikum, obwohl der Abend so mild war, dass man gerne noch draussen geblieben wäre. Aber der Kirchenraum war schlussendlich so gut besetzt, dass man annehmen durfte, dass sich viele Besucher die Kombination Spaziergang plus Konzert vorgenommen hatten, was ein Entscheid war, der sich als glücklich erweisen sollte!

Die 25 Sängerinnen präsentierten sich in ihrem modernen Outfit bereit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Dazu hatte Susanne Eggimann ein Programm zusammengestellt, welches keine Wünsche offen liess. Gestartet wurde der Oktoberabend mit dem französischem Lied "Soir d'octobre». Der poetische Text wurde von Andre Ducret eindrucksvoll vertont. Mit dem zweiten Stück präsentierte der Frauenchor schon einen ausgeglichenen vollen Chorklang. Die Frau Musica wurde geehrt mit kanonmässigen Stimmeinsätzen und Figurationen. Dem Publikum gefiel's und es dankte mit grossem Applaus. Nun folgten Lieder von bekannten Grössen, nämlich von Antonin Dvorak und Franz Schubert. Dvoraks Klänge aus Mähren wurden professionell am Klavier von Dominik Brühwiler begleitet. Aus der Musik lässt sich das idyllische Verhältnis zur Natur in der Romantik heraushören.

Der Chor meisterte im zweiten Lied die Taktwechsel, welche die steigende Leidenschaft bravourös ausdrückte. Im Schubertlied "Der Gondelfahrer» löste sich das Klavier aus seiner Begleitfunktion und zeichnete ein eigenes Bild des Gondelfahrers. Durch die klare Diktion des Frauenchors konnte man dem Liedtext gut folgen, die Schlusskonsonanten waren beinahe überartikuliert. Das meistgewählte Lied im Radiowunschkonzert, das Sanctus aus der deutschen Messe,wurde hier ohne Begehren gekonnt vorgetragen. Der bekannte 23. Psalm «Der Herr ist mein Hirt», vertont vom Chorkomponisten Bernhard Klein, führte in die Tradition der schlichten Kirchenmusik zurück. Das Lied "Little David play on your harp» mit seinen Rufvokalisen erinnerte an die Irische Volksliedtradition. Mit einem gesummten unisono Intro, das sich langsam zur Mehrstimmigkeit entwickelte, sang der Frauenchor Höngg ein rhythmisch beschwingtes Rivers of Babylon. Die Reise durch die Kirchenmusik endete dann in dem afrikanischen Missionslied "Siyahamba», welches vom Chor dynamisch abwechslungsreich gestaltet wurde.

Ein besonderer Leckerbissen dieses Abends waren die zwei Intermezzos Auftritte des Tenors Thomas Leu und des Pianisten Dominik Brühwiler. Die ersten drei deutschen Lieder galten den Romantikkomponisten (Schubert/Strauss), welche Bilder des Wanderers, der Natur und der Sehnsucht vertonten, während der zweite Block dem italienischem Belcanto huldigte. Nicht nur liegt die italienische Sprache angeblich besser in der Sängerkehle, sondern erfreute an diesem Abend auch das Publikum so, dass die Arie Puccinis als Zugabe nochmals verlangt wurde. Mit dem Sentimental Journey schloss der Frauenchor Höngg beswingt das Konzertprogramm.

Als Abschluss dieses schönen Konzertabends wurde von Lorenz Maierhofer das Lied «Neigen sich die Stunden» als gemeinsamer Ausklang mit dem Publikum gesungen.

Text Christian Schmidt

<< zurück zur Übersicht      nach oben