:: Lesenswertes ::

Jahresbericht Frauenchor Höngg 2010/2011

Berichtsjahr 31.3.2010 bis 16.3.2011

Wie immer, fing das Vereinsjahr am 31. März 2010 mit der Generalversammlung an. Eine Besondere, hatten wir doch eine runde Zahl zu feiern: die 140. Generalversammlung in der Geschichte des Frauenchors Höngg! In Zeiten, wo Vereine ums Überleben kämpfen, ist es schon ein Ereignis, worauf wir stolz sein können. Grund zum Feiern gab auch das 25-jährige Sängerjubiläum von Elisabeth Grob. Zu diesem speziellen Ereignis ehrte uns Bruno Frigerio (Präsident Chorverband Stadt Zürich) mit seiner Anwesenheit, um Elisabeth offiziell als Veteranin im Chorverband aufzunehmen.
Der Antrag des Vorstandes, die Mitgliederbeiträge auf CHF 350.-- zu erhöhen, wurde nach angeregter Diskussion mit einer Mehrheit angenommen. Die Erhöhung des Dirigentenhonorars ging etwas schneller über die Bühne.
Der Vorstand wurde für ein weiteres Jahr in seinem Amt bestätigt. Einen Monat nach der GV jedoch verliess Judith Wismann-Lukesch (Aktuarin) aus Gesundheits- und Zeitgründen unseren Chor und hinterliess damit eine Vakanz im Vorstand.

Samstag, 8. Mai 2010 fand die Delegiertenversammlung des Zürcher Kantonal Gesangsverein in Unterengstringen statt. Der FCH wurde durch Francesca Rieser und Vreni Fischer vertreten. Nach der Sitzung am Morgen, bekamen sie am Nachmittag eine Einführung in die Benutzung der elektronischen Datenbank vom Schweizerischen Chorverband. Der FCH hat seine Daten jetzt auch auf der Datenbank. Anne-Marie Büchel ist für unseren Verein die Verwalterin.

Freitag, 25. Juni 2010 versammelte sich der Vorstand am Bürkliplatz, um sich aufs Oldie-Schiff einzuschiffen. Der Gutschein, den er vom Chor für seinen Einsatz am Konzert in März erhalten hatte, wurde eingelöst. Der Tisch und das feine Essen am Heck der Phanta Rhei hätten locker mithalten können mit einem ‚Captains Dinner‘ auf einer Kreuzfahrt und auch der Sonnenuntergang liess uns wegträumen bis in der Karibik. Nach dem herrlichen Essen wurden die eingenommenen Kalorien sofort weggetanzt, denn wohlbemerkt zählt auf dem Oldie-Schiff nicht das Alter der Gäste, sondern die Jahreszahl der gespielten Tanzmusik. Nochmals herzlichen Dank, wir hatten einen wunderschönen Abend mit abschliessendem Schlummertrunk auf dem Bauschänzli!

Am Mittwoch, 14. Juli 2010, am wärmsten Tag des Jahres: 34°, trafen wir uns, statt im Probelokal, auf dem herrlich schattigen Lindenhof am Brunnen. Das Wasser im Brunnen lud ein für einen erfrischenden Tauch, aber nach einem mitgebrachten Apéro, organisiert vom 2. Sopran, wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt und kamen in den Genuss einer Brunnenführung durch die Altstadt von Zürich, wobei wir erfuhren, dass jeder Brunnen seine eigene Geschichte hat, bestechend durch seine künstlerische Gestaltung.
Während sich dunkle Wolken über Zürich bildeten und bevor wir aussehen würden als ob wir die Brunnen auch wirklich von innen angeschaut hätten, konnten wir uns ins Restaurant „Commihalle“ retten und uns am reichhaltigen Buffet bedienen.
Ein herzliches Dankeschön dem 2. Sopran für die Gestaltung dieser letzten Probe vor den Sommerferien.

Mittwoch 25. August 2010, nach fünf herrlich langen Ferienwochen, hatten wir wieder unsere erste Probe. Die ersten „Verhandlungen“ mit Küsnacht waren schon gemacht und mögliche Konzertdaten wurden ins Vizir genommen. Auf jeden Fall war klar, dass wir die Werke von Vivaldi und Haydn plus ein neues Werk in der zweiten Jahreshälfte im Angriff nehmen würden. Aus organisatorischen Gründen war es leider nicht mehr möglich, die ursprünglichen Daten im November/Dezember zu fixieren und so wurde dann der 2. Januar 2011 festgelegt.
Mit den Ferien noch frisch im Gedächtnis fuhren wir am Samstag, 11. und Sonntag, 12. September 2010 auf unsere Chorreise nach Bulle. Bei wunderschönem Wetter besuchten wir zuerst die Schokoladefabrik Callier in Broc, wo wir auf originelle Art durch das Museum und die Fabrik geführt wurden. Natürlich durften wir nach Herzenslust degustieren und so sah schon bald manch Praline das Innere unseres Magens. Nicht desto trotz schlugen viele unserer Reisegruppe das Angebot in Gruyères mit Meringues und Rahm nicht ab. Oh, Oh, welch eine kalorienreiche Reise J. Das mittelalterliche Städtchen zeigte sich von seiner schönsten Weise und es war ein Genuss durch die Gassen zu schlendern, sich das Schloss anzuschauen oder die ‚Alien‘-mässigen Skulpturen von Giger zu bewundern. Ganz brav, nach abendlichen Fotosessions, dann doch nicht im Nachtclub, aber schnurstracks in unsere Bettchen, stand doch am anderen Tag eine Wanderung durch wunderschöne Schluchten auf dem Programm. Mit so vielen Krankenschwestern in der Wandergruppe konnte nichts schiefgehen und als Iren Hodel’s Schuhsohle sich selbstständig machte, wurde diese mit Verband fixiert. Auf der Notfallstation hätte man einen Beinbruch nicht besser behandeln können! Eine kleinere Gruppe reiste am Sonntag direkt nach Fribourg. Diese nahm es sehr gemütlich und wanderte in gemächlichem Tempo durch die Stadt. Später am Tag traf dann auch die Wandergruppe ein. Als wir uns auf der Rückreise befanden, wechselte das Wetter schlagartig und wir kamen mit Regen in Zürich an.

Donnerstag, 23. September 2010 fand der jährliche Neuzuzügeranlass im Fasskeller von Zweifel statt. Natürlich gab der FCH auch ‚acte de presence‘ und Carmen Fatam und Vreni Fischer vertraten unseren Verein.

Am Samstag, 6. November 2010 begaben wir uns wieder einmal in die wohltuende Atmosphäre vom Kloster Fischingen. Natürlich wurde fleissig an unserem Repertoire weitergearbeitet für den 2. Januar und wir konnten ein erstes Mal Vivaldi unter dem Dirigat von Jürg Tobler singen. Wie immer nach einem Besuch in Fischingen kehrten wir beflügelt nach Hause zurück.

Donnerstag, 23. Dezember 2010 Generalprobe in der Reformierten Kirche in Küsnacht. Ein erstes Aufeinandertreffen mit Musiker, Solisten, und Chor. Vielleicht schon mit einem Bein ‚unter dem Weihnachtsbaum‘ oder mit den Gedanken in den Weihnachtsferien, die neue Choraufstellung, die andere Umgebung; Es verlangte vieles von unserer Flexibilität und Konzentration. Am Sonntag, 2. Januar 2011 war es dann soweit. Unser Auftakt ins neue Jahr konnte nicht besser beginnen! Für ungefähr 120 Besucher führten wir mit einem kleineren Ensemble und den Solistinnen Yvonne Widmer und Jeanne Roth, die Werke von Vivaldi und Haydn aus unseren Gloria-Konzerten und ein neues Werk von Charpentier (In Nativitate Domini Nostri Jesu Christi Canticum) vor.

Knusper, Knusper, Knäuschen, wer knabbert an meinem Häuschen….uuuhh Waldhüttchen? Na ja, geknabbert wurde fleissig am Dreikönigsbrot. Am 7. Januar 2011 schwingte ein Teil vom FCH wieder heftig das Tanzbein in der Gubristhütte. Nachdem Gisela, Ulla und Vreni Fischer nach dem Essen gekrönt wurden, wurde die friedliche Stille des Waldes durch laute Tanzbeats, Abba-Gesänge gebrochen und ja auch die Cowboys und Indianer schwingten ihre  Lassos! Die Dreiköniginnenfeier war wieder sehr gelungen und steht sicher fürs nächste Jahr wieder auf dem Programm!

Nicht nur feiern steht auf der Agenda. Am Dienstag 18. Januar 2011 vertrat uns Francesca Rieser an der Koordinationssitzung des Quartiervereins Höngg. Da unser Jahresprogramm noch nicht ‚steht‘, konnten wir unsere Daten noch nicht abgeben, was wir sicher nach der GV nachholen werden.

Anhang:
Zwar kein offizielles Chorprogramm, aber nicht mehr wegzudenken: das Unterwasser-Weekend am 15. und 16. Januar 2011. Konnte ich selber leider nicht teilnehmen. Die vielen SMS und geschickten Bilder, vermittelten mir aber einen guten Eindruck, dass die Frauen wieder viel Spass hatten. Obwohl die Schneeverhältnisse nicht gut genug waren für eine abendliche Schlittelfahrt ins Tal, hat die Sonne das tagsüber wieder mehr als gut gemacht! Im Moment, dass ich den Bericht schreibe, befinden sich auch wieder Chorfrauen in den beiden Wohnungen. Der Frauenchor ist schon fast nicht mehr wegzudenken aus Unterwasser! Herzlichen Dank, liebe Vreni!

Wie ich schon bei der letzten Probe angedeutet hatte, war das letzte Wochenende für viele von uns voller Musik, war es mit James Blunt, oder ein hundertköpfiges Tonhallenorchester? Das Miterleben eines Gesangsauftrittes einer Kollegin, oder sehen, wie Jugendliche mit Begeisterung das Sister Act auf die Bühne bringen? Sich verführen lassen vom  Akkordeonist im Grossmünster oder die wunderschönen Stimmen des Kammerchors Abrahams?
Musik, nicht mehr wegzudenken aus unserem Leben!
Auch wir beschäftigen uns mit Musik. Wir haben uns irgendwann entschieden, nicht nur als Publikum Musik zu konsumieren, aber Zeit und Energie zu investieren, in der Hoffnung, andere Leute auch diesen Genuss zu schenken. Dieser Genuss bedeutet aber, dass wir Qualität bringen müssen und das geht nicht ohne Arbeit. Beim Zuhören eines Orchesters vergessen wir, dass jeder einzelne dieses Orchesters viele Stunden mit Üben investiert hat. Nur so wird es ein Genuss!

Ich mag mich noch ganz genau erinnern, mit welchen Worten ich meinen vorigen Jahresbericht abgeschlossen habe: Wir sind von einem Ufer zum anderen aufgebrochen. Die Brücke dazwischen gibt es heute jedoch nicht mehr. Es gibt keinen Weg zurück, sondern nur nach vorne!!

Auch wir haben hart gearbeitet. Vielleicht haben wir etwas geopfert, aber das, was wir gewonnen haben, ist für mich ein so grosser Gewinn, dass ich es gar nicht als Opfer sehe. Ich möchte euch in Erinnerung bringen, welche Projekte wir in der Vergangenheit schon realisiert haben. Die gewöhnungsbedürftige Musik von Jenkins am Lindenhof, vor einem Publikum, was grösstenteils NICHT aus eigenen Reihen kam. Ein Jazz-Konzert mit Profimusikern erst im Lions-Club, danach in Höngg vor eigenem Publikum.  Danach Konzerte im Frau- und Grossmünster mit einem Orchester! Und als Tüpfchen auf dem - i - nochmals ein Konzert mit einem Profi-Ensemble.
Profimusiker und Solisten, die ihren Namen ohne weiteres mit unseren Projekte verbinden möchten. Von all dem können nur viele Chöre träumen!!!  Das ist nicht mehr der FCH der es war!! Ich weiss nicht, wie es euch ergeht, aber ich möchte auch nicht mehr dahin zurück.
Nachwievor bin ich überzeugt, dass wir noch Vieles umsetzen können und unsere Qualität steigern können. Dafür braucht es Vertrauen, in unserem Dirigenten, in unseren Vorstand und natürlich in sich selbst. Die Voraussetzungen können wir alle bringen, so wie wir hier sitzen, wenn wir nur wollen!
Mein Dank geht wie immer an Gary, der uns unermüdlich fördert und fordert. Jede Probe ist für jede Sängerin eine Chance, sich gesanglich weiterzubilden und ich könnte mich im Moment keinen geeigneteren Dirigenten vorstellen. Wir können nur profitieren von seiner Professionalität, aber mit all seinem Können erreicht er nichts, wenn wir nicht mitarbeiten an unserer Weiterentwicklung! Ich freue mich auf ein weiteres Jahr mit dir!!
Ich bedanke mich natürlich auch bei meinem Vorstand. Frauen, die nebst ihrer Arbeit und ihren Familien bereit sind, ihre kostbare Freizeit in Vereinsarbeit zu stecken. Ich möchte dem Verein ans Herzen legen, das ist KEINE Selbstverständlichkeit.
Liebe Vorstandsfrauen, ich bedanke mich bei euch für die ausgezeichnete Zusammenarbeit, für eure Zeit, für euren Willen euch einzusetzen für das Wohl dieses Vereines und für das mir entgegengebrachte Vertrauen! Ein neues Vereinsjahr liegt vor uns und ich freue mich, mit euch in Zukunft des Frauenchor Höngg zusammenarbeiten zu dürfen.
Last but not least, bedanke ich mich natürlich auch bei euch. Ohne euch gäbe es den Chor gar nicht. Ich weiss, dass auch ihr Energie und Zeit investiert habt und ich hoffe, dass wir uns einig sind, dass die Proben enorm wichtig geworden sind. Da arbeiten wir am meisten an unserem Klang und an der Qualität. So muss ich euch nicht sagen, wie viel man verpasst, wenn man an den Proben nicht dabei ist.

Das Vereinsjahr 2011 fängt erst an. Gesangliche Höhepunkte müssen wir nicht nur an Konzerten erleben, das können wir auch an einen ganz normalen Mittwochabend erfahren!

Watt, 16. März 2011
Mareli Mulders, Präsidentin Frauenchor Höngg

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